Alemannisch – ein kleiner Exkurs

Liebe Lesende,

Diese Woche ein Beitrag, der nichts mit Essen zu tun hat, sondern mit Sprache.Voraussichtlich habe ich mit diesem Beitrag hauptsächlich Follower des @ichbinbw Accounts auf mein Blog gelockt.

Herzlich Willkommen!

Da ich diese Woche den @ichbinbw Account betreue habe ich mir überlegt Euch den alemannischen Dialekt etwas näher zu bringen, der quasi meine Muttersprache ist. Ich merke immer wieder, dass der Dialekt, der im südbadischen Raum gesprochen wird kaum bekannt ist. Fast alle Menschen aus den anderen Bundesländern würden mich bestimmt eher als Schweizerin bezeichnen, würden sie mich nur im Dialekt reden hören. Man würde mich aber sicherlich eher weniger nach Baden-Württemberg stecken, denn für Viele gilt:  Baden-Württemberg = Schwäbisch, was natürlich nicht so ist.

Ich habe mich nicht so sehr mit dem Dialekt auseinandergesetzt, dass ich hier eine wissenschaftliche Abhandlung darüber liefern kann, es geht einfach darum ihn vielleicht ein bisschen bekannter zu machen.

Ich bin im nördlichen Teil des Landkreises Waldshut, unweit der Rothaus Brauerei, aufgewachsen. Das ist die Region in der der Südschwarzwald fast schon in die Region „Hochrhein“ übergeht. Dieses Gebiet gehört zum Rand des hochalemannischen Sprachraums, welcher vor allem in der Schweiz liegt.  Dies erklärt auch, dass sich die Sprachen sehr ähneln. Im Dialekt meines Heimatorts ist auch das etwas härtere „CH“ noch zu hören, jedoch nicht ganz so ausgeprägt wie in der Schweiz. Vor allem bleibt das „K“ auch ein „K“ und wird nicht zum „CH“. Jemand der hier in der Region wohnt hört die Unterschiede des deutschen und des schweizerischen Alemannisch deutlich, doch denke ich, dass es für Menschen, die noch nie bzw. selten mit dem Alemannischen in Berührung gekommen sind nicht ausmachen können, um welchen Dialekt es sich nun handelt. Um Euch ein Bild vom Unterschied machen zu können, hat sich @Molossoidea bereit erklärt ein paar Sätze auf Schweizerdeutsch (sie selbst bezeichnet es als Zürich gemisch) einzulesen. Im 2. Beitrag hört ihr wie sich die Sätze in meinem Dialekt anhören.

Auf Hochdeutsch heisst das:

Diese Woche will ich Euch den alemannischen Dialekt näher bringen.

Vielleicht hört ihr ja den Unterschied zwischen Schweizerdeutsch und dem Alemannischen.

Wenn man nicht so oft mit dem Dialekt konfrontiert ist, ist es sicher gar nicht so einfach das zu unterscheiden.

Aber vielleicht schaff ich ja ein bisschen mehr Verständnis mit meinem kleinen Aufklärungsversuch.

 

In den letzten Jahren ist mir aufgefallen, dass der Dialekt immer mehr verloren geht, was ich sehr schade finde. Ich denke, dass die vielen Dialekte in Deutschland auch ein Teil der Kultur sind und daher gepflegt werden sollten. Jedoch taucht immer mehr das Hochdeutsche in allen Regionen Deutschlands auf.
Auch ich rede die meiste Zeit Hochdeutsch oder einen Kauderwelsch. Nur wenn ich in meiner Heimat bin oder mit Leuten aus meiner Heimat telefoniere, fröhne ich dem Dialekt. Jedoch gehen auch in meinem Wortschatz immer mehr Worte verloren, die ich früher tagtäglich verwendet habe. Als ich vor ein paar Jahren mal mit einem fast 80jährigen Onkel gesprochen habe, hat er im Gespräch immer wieder Worte verwendet, die ich längst vergessen hatte oder die ich nicht einmal gekannt habe. So verlieren sich Dialektworte von Generation zu Generation wohl tatsächlich immer mehr. Die „Muettersproch Gsellschaft“ setzt sich dafür ein, dass Alemannisch nicht vergessen wird und hat auf ihrer Homepage http://www.alemannisch.de viele Informationen zum alemannischen Dialekt zusammengetragen. Was ich auch toll finde ist die Band „LUDDI“ die Lieder im Mundart schreibt und damit in unserer Region auch recht erfolgreich ist.

 

Ich muss sagen, dass ich in der Zeit in der ich in Australien war mich immer erst dann richtig heimisch gefühlt habe, wenn ich Menschen aus der Schweiz getroffen habe, weil ich einfach reden konnte wie mir der Schnabel gewachsen war. Ich glaube, dass mein Hochdeutsch zwar recht gut ist, jedoch ist es eine Sprache, die ich mir über die Jahre angeeignet habe. Meine ersten Worte habe ich nunmal im Dialekt gesprochen und auch in der Schule wurde erst ab der Oberstufe richtig Wert darauf gelegt, dass wir im Unterricht hochdeutsch sprachen.

Für diese Woche habe ich mir überlegt, jeden Tag eine Art Wortquiz zu veranstalten. Ich stelle ein Wort via Audioboo vor, sodass ihr Euch ein Bild von diesem Dialekt machen könnt. Vielleicht erkennt ihr ja was es bedeuten könnte.  Gerne könnt ihr mir auch Sätze schreiben, die ich dann je nachdem wie ich  Zeit habe, übersetze und für Euch einspreche. Ebenso steht es Euch natürlich frei mir Fragen zu stellen, die ich versuchen werde zu beantworten.

Nun hoffe ich, dass wir jede Menge Spaß zusammen haben werden und ich bin gespannt was ihr mir Alles zu sagen habt 🙂

Eure

@kischtrine

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Ein Gedanke zu “Alemannisch – ein kleiner Exkurs

  1. Hättest du eine Thurgauerin genommen, wäre die Ähnlichkeit noch stärker. Mir fällt auf: Des/Daas Uffklärung/Uufklärig. Tiptop. Mir war nicht bewusst, dass es so ähnlich ist.

    Liebe Grüsse Regula

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